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19. April 2017 | MT

Was ich von einer Armlänge Abstand halte – Teil 3

„Aber ich begann schon in der vergangenen Woche, etwas abzuschweifen. Ich als „mittel-junge Frau“ soll also nun eine Armlänge Abstand halten. Ich soll mich also entsprechend kleiden, damit keiner der gesellschaftlich-bereichernden Muslime auf die Idee kommt, er könne sich an mir und anderen Frauen bedienen wie an einem „All you can eat“-Buffet. Ich soll also gewisse Plätze meiden, weil man da einfach nicht hingeht. In Österreich? Vermeintlich einem der sichersten Länder der Welt und meiner Heimat? Darf ich nicht mehr hingehen, wie, wann und wohin ich möchte? Naja, dürfen schon, nur wenn dann was passiert, ist man halt selbst schuld…. Spätestens jetzt muss man erkennen, dass die Dinge nicht so liefen und laufen, wie sie sollten.

Warum aber ärgere ich mich über dieses frauenfeindliche Verhalten so sehr? Weil ich eine Alice-Schwarzer-Feministin bin? Oh Gott (hier als religionsneutraler Begriff verwendet), nein! Ich fühle mich weder als Feministin, noch als Frauenrechtlerin und verabscheue aus Gründen der Unlesbarkeit und der Zeitverschwendung das Gendern, Binnen-I’s oder auch Unterstriche, um geschlechtsneutrale Personen miteinzubinden… (ja, mit solchen Problemen beschäftigen sich sogar Universitäten). Ich bin Bürger und nicht Bürgerin, ich bin Mensch und nicht Menschin und ich bin auch Steirer und nicht Steirerin. Jeder, der sieht oder hört, dass ich diese Worte von mir gebe kann sich ausmalen, dass ich ohnehin die weibliche Form davon bin. Da kann ich mir das „in“ doch schenken. Übrigens: Die kroatische und andere slawische Sprachen verzichten auf diese sprachliche Feinheit. Dort ist eine Frau umgangssprachlich auch schnell mal „Lehrer“, „Anwalt“ oder „Professor“.

Aber ich schweife schon wieder ab. Denn was mich wirklich verärgert ist der Umstand, dass ich mir (als Frau und mehrfache Akademikerin) von einem ungebildeten jungen Mann, der wohl nicht einmal seiner Muttersprache in Wort und Schrift mächtig ist, der Schulen oder gar Universitäten nur von außen kennt, für den Messer und Gabel unnötige Werkzeuge des Adels sind und der außer seinem Asylantrag wohl noch kein einziges Buch oder Dokument in seinem Leben gelesen hat, sagen lassen soll, dass ICH mich IHM unterzuordnen habe. Weil er an einer bestimmten Körperstelle um ein paar Zentimeter mehr misst, als ich als Frau. Mich als Frau als „Hure“ oder „Schlampe“ bezeichnen zu lassen, weil ich im Sommer Kleider trage, ständig mit dem Gedanken, dass mir gegenüber (intellektuelle) Analphabeten und völlige Bildungsverweigerer stehen, die sich anmaßen, sich in MEINER Heimat so zu benehmen: Das macht mich wütend, manchmal – mit Blick auf die Zukunft und auf die Gründung einer eigenen Familie – aber auch ängstlich.“


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