Mario Kunasek/Claudia Schönbacher:

Kunsthaus Graz als elitäres Loch ohne Boden

Freiheitliche fühlen sich durch jüngste mediale Kritik an Prestigeprojekt bestätigt und fordern einmal mehr ein breitenwirksameres künstlerisches Angebot, das mehr als einen elitären Zirkel anspricht – tiefergehende Evaluierung der Betreiberkosten bleibt eine Notwenigkeit.

Bereits im Jahr 2019 beantragte der Freiheitliche Landtagsklub die Prüfung des Kunsthauses Graz durch den Landesrechnungshof, um potentielle finanzpolitische Fehlentscheidungen der Vergangenheit aufzuarbeiten und um die richtigen Schlüsse für die zukünftige Ausgestaltung treffen zu können. Tatsächlich offenbarte der im Herbst 2021 veröffentlichte Prüfbericht massive Missstände. Insbesondere die enormen Überschreitungen bei den Errichtungskosten, jährliche Zuschüsse in Millionenhöhe sowie das massenhafte Verschenken von Eintrittskarten zum Aufpolieren der Besuchszahlen sorgten für Irritationen. Die heutige Berichterstattung der „Steirerkrone“, in welcher das Grazer Kunsthaus richtigerweise als „Millionen-Blase“ tituliert wird, fördert ans Tageslicht, dass sich an den Problemen seit Herbst des letzten Jahres wenig geändert hat. Besonders kritisch werden abermals die hohen Zuschüsse der öffentlichen Hand sowie das unattraktive Ausstellungsangebot hervorgehoben. Darüber hinaus ist der Umstand, dass sich nur neun Personen für die neue Leitung des Kunsthauses beworben haben, alles andere als ein Ruhmesblatt für die politischen Verantwortungsträger. „Obwohl jahrzehntelang Unsummen an steirischen Steuergeldern in das Prestigeprojekt gepumpt wurden, konnte das Kunsthaus nie einen nennenswerten Stellenwert in der Kulturszene einnehmen. Wir Freiheitliche fordern einmal mehr, das künstlerische Angebot derart weiterzuentwickeln, dass es endlich auch die breite Teile der Bevölkerung und nicht nur einen elitären Zirkel anspricht. Wenn man schon derart viel Steuergeld investiert, so muss unterm Strich auch eine entsprechende Auslastung stehen. Die neue Leitung des Kunsthauses wird jedenfalls an der Lösung dieser Probleme zu messen sein – widrigenfalls bleibt ein Prestigeprojekt ein Loch ohne Boden“, so FPÖ-Klubobmann LAbg. Mario Kunasek. 

FPÖ-Schönbacher: „Lediglich einen kleinen Kunstzirkel anzusprechen, ist zu wenig“

Der Kritik des steirischen FPÖ-Landesparteiobmannes schließt sich auch die freiheitliche Grazer Stadträtin Claudia Schönbacher an. „Sollte die Stadt Graz auch in Zukunft an einem Ruf als Kulturstadt Interesse haben, so wird man in der Führungsetage des Kunsthause nicht an wesentlichen Verbesserungsmaßnahmen vorbeikommen. Lediglich einen kleinen kunstinteressierten Zirkel anzusprechen, ist jedenfalls für das Kunsthaus der zweitgrößten Stadt Österreichs zu wenig. Von höchster Wichtigkeit wird es zudem sein, die enormen Betreiberkosten einer tiefergehenden Evaluierung zuzuführen“, so die Grazer FPÖ-Stadträtin Claudia Schönbacher, die in diesem Zusammenhang auch die neue Stadtregierung in der Pflicht sieht.

Zurück

Ähnliche

Themen