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02. Oktober 2019

FPÖ-Staller: „‚Einschulungsscreening‘ von Fünfjährigen mittels Tablet völlig ungeeignet!“

Heftige Kritik an Schulreifescreening via App; zu schwierige Aufgaben überfordern Fünfjährige – Freiheitliche fordern Adaptierung der Schulreifefeststellungen.

Aufregung herrscht derzeit um die Tests, die zur Feststellung der Schulreife von Fünfjährigen bei deren Schuleinschreibung durchgeführt werden. Im Jänner 2020, wenn die Einschreibung für das nächste Schuljahr startet, können Schulen noch freiwillig auf den Kriterienkatalog zur Schulreifeüberprüfung des Bildungsministeriums zurückgreifen. Ab 2021 sind diese Tests, die angehende Erstklässler auf ihre Schulreife überprüfen, für alle Volksschulen verpflichtend. In der aktuellen Pilotphase des Projekts, an der zehn steirische Volksschulen teilnehmen, hagelt es nun heftige Kritik. So müssen Fünfjährige bei ihrer Schuleinschreibung – und damit rund acht Monate vor ihrem tatsächlichen Schulbeginn – etwa Rechenaufgaben lösen oder Wörter richtig erkennen. Noch dazu soll das Verfahren, das in der Pilotversion wohlgemerkt 40 Minuten dauerte, bevorzugt via App auf einem Tablet erfolgen. In der ersten Testphase sollen Medienberichten zufolge Kinder das Schulhaus nach der Testung weinend verlassen haben. „Mit diesen sogenannten ‚Screenings‘ werden Kinder vor eine für ihr Alter unzumutbare Aufgabe gestellt. Bei einem solchen Vorgehen wird schon der erste Kontakt mit der Schule zu einem Negativerlebnis. Anstatt die Vorfreude der Kinder zu fördern, werden Fünfjährige überfordert und demotiviert. Sämtliche Befürchtungen von uns Freiheitlichen sind in negativem Ausmaß sogar übertroffen worden“, so FPÖ-Bildungssprecherin LAbg. Hedwig Staller.

Die Etablierung von Schulreifetests stammt aus der ehemaligen türkis-blauen Zusammenarbeit auf Bundesebene. Im Zuge der Einschreibung an Volksschulen sollte in Form eines Gesprächs zwischen Lehrern, Eltern und Kindern die Schulreife festgestellt werden. Intention dahinter war die einfache Beurteilung bestimmter für den Schulstart notwendiger Kriterien wie etwa das Beherrschen der Unterrichtssprache Deutsch, wie es die FPÖ jahrelang einforderte. Neben der Sprachkompetenz sollten auch kognitive Fähigkeiten sowie die körperliche und sozial-emotionale Reife beurteilt werden. Dass die Schulreife nun via App auf einem Tablet festgestellt werden soll, stößt bei den Freiheitlichen allerdings auf Ablehnung. „Statt einem lockeren Gespräch zwischen Lehrern, Eltern und Kindern, bei dem die Fähigkeiten und Kenntnisse der angehenden Taferlklässler spielerisch festgestellt wurden, müssen diese nun unter Zeitdruck passiv Aufgaben auf dem Tablet lösen. Fraglich ist darüber hinaus, ob Fünfjährige mit dem Elektrogerät überhaupt umgehen können. Immerhin gibt es – in diesem Zusammenhang muss man auch sagen glücklicherweise – noch Kinder, die mit fünf Jahren noch keine Erfahrungen mit Tablets haben. Diese Form der Schulreifefeststellung, bei denen Kinder maßlos überfordert werden, lehnt die FPÖ entschieden ab. Es bedarf einer umfassenden Adaptierung im Sinne der ursprünglichen freiheitlichen Forderung“, so Staller abschließend.


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