Claudia Holzer

ÖBB-Rahmenplan: Wichtige Projekte für die Steiermark abgesichert, beim Bosrucktunnel besteht Handlungsbedarf

Verkehrslandesrätin Claudia Holzer sieht positive Signale für zentrale Schienenprojekte, fordert aber durchgängige Planungssicherheit für die Pyhrn-Schober-Achse

Der von den ÖBB vorgelegte Rahmenplan 2027–2032 bringt aus steirischer Sicht zahlreiche positive Entwicklungen für den Ausbau der Schieneninfrastruktur. Mehrere für die Steiermark bedeutende Projekte bleiben weiterhin im Investitionsprogramm verankert. Gleichzeitig sieht Verkehrslandesrätin Claudia Holzer beim geplanten Neubau des Bosrucktunnels dringenden Handlungsbedarf.

Zu den wichtigen Vorhaben, die weiterhin im Rahmenplan berücksichtigt sind, zählen die Inbetriebnahme des Semmering-Basistunnels im Jahr 2029, der zweigleisige Ausbau der Strecke Werndorf–Spielfeld-Straß sowie die Attraktivierung der Radkersburger Bahn zwischen Spielfeld-Straß und Bad Radkersburg.

„Der neue Rahmenplan enthält für die Steiermark viele erfreuliche Signale. Wesentliche Infrastrukturprojekte bleiben auf Schiene und schaffen die Grundlage für eine leistungsfähige und zukunftsfitte Mobilität. Gleichzeitig müssen wir aber dort genau hinschauen, wo wichtige Vorhaben ins Stocken geraten könnten“, betont Verkehrslandesrätin Claudia Holzer.

Besonders kritisch bewertet Holzer die aktuelle Finanzierungsperspektive für den Neubau des Bosrucktunnels. Derzeit läuft das Trassenauswahlverfahren für das Projekt. Während bis 2028 Planungsmittel vorgesehen sind, entsteht anschließend eine mehrjährige Finanzierungslücke. Erst ab 2033 sind im Rahmenplan erneut Mittel für weitere Planungsschritte vorgesehen.

Die Pyhrn-Schober-Achse zählt zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas und bildet einen wesentlichen Teil des europäischen Verkehrskorridors „Westbalkan–Ostmittelmeer“. Für die Steiermark und Oberösterreich stellt sie eine zentrale Lebensader für Personen- und Güterverkehr dar. Der bestehende Bosrucktunnel aus dem Jahr 1906 sowie die steilen Rampenbereiche gelten jedoch seit Jahren als infrastruktureller Engpass.

„Der Ausbau der Pyhrn-Schober-Achse mit einem neuen Bosrucktunnel ist für die langfristige Leistungsfähigkeit dieses Korridors von entscheidender Bedeutung. Bei allem Verständnis für notwendige Prioritätensetzungen darf es hier nicht zu unnötigen Verzögerungen kommen. Ich werde mich daher mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die Finanzierung durchgängig sichergestellt und die Planung ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann“, so Holzer.

Für die Verkehrslandesrätin steht fest, dass die Weiterentwicklung der steirischen Schieneninfrastruktur konsequent vorangetrieben werden muss. Nur durch gezielte Investitionen in leistungsfähige Bahnverbindungen könne die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts gestärkt und gleichzeitig eine attraktive Alternative zum Individualverkehr geschaffen werden.

Zurück

Ähnliche

Themen