„Boden“ als Thema der Umweltbildung an steirischen Schulen
Projekt „Bodenaktionstage in der Volksschule Paldau“ anlässlich des „Internationalen Jahres des Bodens 2015“
Die Vereinten Nationen haben 2015 zum „Internationalen Jahr des Bodens“ erklärt. Der Grund dafür ist, dass es weltweit um unsere Böden – die Grundlage für unsere Ernährung, für Biodiversität und Klimaschutz – schlecht steht.
Die abnehmende Bodenfruchtbarkeit, die sogenannte "Degradierung" der Böden, wird weltweit derzeit bereits in einem Ausmaß von 20 bis 25 Prozent beziffert. Jedes Jahr verschlechtern sich weitere fünf bis zehn Millionen Hektar. Das entspricht in etwa der Größenordnung der Fläche Österreichs (gem. Bodenatlas 2015). Intensive Landwirtschaft, Pestizide, Überdüngung und Bodenverdichtung durch schwere Maschinen tragen maßgeblich Schuld an dieser Form des Bodenverlusts. Eine andere Form des Verlusts von wertvollem Agrarland ist dessen Zweckentfremdung in Form von Verbauung und Versiegelung.
Auch Europa, und damit unsere Heimat, verliert zusehends den Boden unter den Füßen.
Die Ressource Boden ist nicht vermehrbar und nicht erneuerbar!
Die Fakten sind zum Teil erschreckend:
- 24 Milliarden Tonnen fruchtbarer Boden gehen weltweit jedes Jahr verloren. Zirka 2 mm Boden gehen jährlich verloren. Die Bodenneubildung beträgt aber nur etwa 0,1 mm Boden pro Jahr. Sie kann den Verlust durch Erosion bei weitem nicht kompensieren.
- Mehr als 25 Prozent des EU-Gebiets sind bereits von Erosion durch Wasser betroffen.
- Boden wird knapp! Schon jetzt müssen 60 Prozent der in der Europäischen Union verbrauchten landwirtschaftlichen Produkte importiert werden.
- Täglich werden in Österreich 22 Hektar Land für Straßen, Siedlungen, Shopping Center, Sportanlagen, Bergbau oder Industriehallen und Lagerplätze „verbraucht“. Dies entspricht der Fläche von 30 Fußballfeldern oder der durchschnittlichen landwirtschaftlichen Fläche eines Bauernhofes. Knappe 20 % dieser Fläche (4,5 ha pro Tag) werden tatsächlich mittels Asphalt und Beton versiegelt, sie stehen bei Starkregenereignissen nicht mehr als Versickerungsfläche zur Verfügung. Auf die Steiermark entfallen von 22 Hektar österreichweit, laut Berechnungen von Univ.-Prof. Dr. Gerlind Weber von der Universität für Bodenkultur etwa 6 Hektar. Als Folgen der stetig zunehmenden Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen werden zukünftig Nahrungsmittelkrisen sowie weitreichende negative ökologische und klimatische Auswirkungen zu spüren sein.
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